Es schneit in der Stadt.
Kein großes Ereignis. Kein angekündigtes
Motiv.
Ich sitze im Auto, bin Beifahrer, gedanklich schon beim nächsten Termin. Die Stadt wirkt ruhiger, obwohl sie eigentlich genauso hektisch ist wie
immer. Schnee verändert nicht den Rhythmus – aber die Stimmung. Alles wird etwas leiser, weicher, offener.
Ich schaue mich um. Ohne Absicht. Ohne Plan. Und dann
ist er da – der Moment.
Nicht laut, nicht spektakulär. Einfach präsent.
Ich überlege nicht lange. Ich greife zur Kamera und mache das Foto. Nicht, weil ich
es geplant habe, sondern weil sich in mir etwas meldet. Weil das Bild sich innerlich bereits formt, noch bevor ich es festhalte.
Andreas Bourani singt in
seinem Song „Sein“: „Mir gelingt es in Sekunden, mich von allem zu befreien …“
Genau so fühlt es sich für mich an.
Mein Alltag ist
voll, wie bei uns allen. Viele Eindrücke, viele Gedanken, viele Bewegungen. Und dann – ganz plötzlich – öffnet sich dieser eine Augenblick. Unerwartet und nah. Manchmal arbeitet er länger in
mir, manchmal ist er sofort klar. Und dann ist das Bild schon im Kasten. Diese Art zu fotografieren empfinde ich als große Gabe.
Momente zu
entdecken, ohne sie zu suchen. Sie festzuhalten, ohne sie zu erzwingen.
Meine Fotos sind für mich keine Abbilder von Situationen. Sie sind Erinnerungsanker. Sie bringen
mich jederzeit zurück in genau diesen Augenblick – in die Stimmung, das Licht, die Ruhe zwischen den Gedanken.
Das hat viel mit Beobachten zu
tun. Mit Wertschätzung für das Leben.
Und mit einer Haltung gegenüber den Menschen und der Welt.
Das Foto der Woche 2026 | KW 02
Ein kurzer Augenblick im Alltag – mein Foto der
Woche.
📸 😊
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